Die Mütze, ein Herbstklassiker

Als Kind fand ich einige Sachen so, hm, vollkommen überflüssig, Rosenkohl, kalte Füße und Mützen zum Beispiel. Den Nutzen von Rosenkohl und kalten Füßen habe ich immer noch nicht gefunden aber Mützen, die mag ich mittlerweile!

Vor einigen Wochen hatte ich die Bio-Wool in der Hand, ein dickes, warmes Garn aus weicher Biomerino von süddeutschen Schafen. Das Garn hat 144 m / 100 g und strickt sich toll! Ich wollte mir eine warme Mütze stricken und habe mir einen blauen 100 g-Strang ausgesucht.
Zur Sicherheit schnell eine Maschenprobe gestrickt, auf meinen Kopf umgerechnet und los ging es, ich möchte euch die Arbeitsschritte zum Nachstricken hier schnell aufschreiben:

Warm und weich!

Ich stricke fest, mit NS 5 komme ich bei glatt rechts auf 16 M x 24 R (10 x 10 cm). Mein Kopf hat einen Umfang von ca. 55 cm.
Beim Waschen können sich Maschenproben noch sehr verändern, das hängt sehr vom Garn und deinem Stricken ab. Um sicher zu gehen, vermiss deine Maschenprobe erst nach dem Waschen und Trockenen.
Damit die Mütze nachher nicht auf dem Kopf rumschlabbert zieht man bei einem Kind ca. 3 cm vom Umfang ab, bei Erwachsenen 5 cm. Meine Maschenanzahl berechne ich also nicht auf die realen 55 cm, ich gehe von 50 cm aus.
Rechnen wir das fix zusammen aus, 16 M sind 10 cm, 1,6 M ist 1 cm und auf 50 cm Kopfumfang bräuchte ich dann 80 Maschen.
Ich möchte ein 1×1 Bündchen stricken, dafür brauche ich eine Maschenanzahl teilbar durch 2, 80 passt super.
Angeschlagen habe ich also 80 Maschen (besonders schön ist der italienische Anschlag!) und 6 cm in der Runde 1 rechts – 1 links-Bündchen gestrickt. Ein Maschenmarkierer hilft dir, den Rundenanfang wiederzufinden.
Dann ging es in der Runde glatt rechts weiter. Da ich meine Mützen nach dem Bündchen gerne etwas weiter habe, eine Beanie eben, wechsel ich auf eine größere Nadelstärke. Weiter gehts mit NS 6 und zwar so lange, bis die Mütze vom Anfang 22 cm in der Höhe erreicht hat (bei größerem Kopf ruhig jetzt mal überziehen ob da noch viel fehlt, da kommen jetzt nur noch ca. 3-5 cm Höhe dazu. Beim Kinderkopf reichen auch 5 cm Bündchen und 18-20 cm Höhe).
Starten wir mit den Abnahmen (jetzt macht auch der Maschenmarkierer Sinn):
Wir brauchen, möglichst gleichmäßig verteilt, 8 Abnahmen auf die Runde.
In meinem Fall heißt das:
Abnahmerunde: 2 M rechts zusammenstricken, 8 M rechts (wiederholen bis zum Rundenende)
Die nächste Runde glatt rechts
Abnahmerunde: 2M rechts zusammenstricken, 7 M rechts (wiederholen bis zum Rundenende)
Die nächste Runde glatt rechts
Das System hast du sicher schon verstanden, eine Abnahmerunde (immer eine Masche zwischen den Abnahmen weniger als in der vorherigen Abnahmerunde) und eine Runde glatt rechts.
Die letzten 16M werden dann einfach zusammengezogen (Faden abschneiden und mit einer Wollnähnadel durch die Maschen auf den Stricknadeln ziehen, Stricknadeln dabei entfernen), jetzt den Faden nach innen ziehen und vernähen.
Die Mütze ist fertig.

Ich gönne meinen fertigen Strickstücken immer ein Entspannungsbad. Einmal weil das Maschenbild dann sehr viel gleichmäßiger ist und dann weil ich meine Stricksachen überall mitschleppe und was frisch gewaschenes ist einfach schöner.
Der persönliche Touch kommt durch Bommel, Troddel, PomPoms. Bommel und Troddel kann man übrigens super aus verschiedenen Restgarnen basteln. Mit dem Restgarn der Mütze passt das super zusammen!

So eine Mütze strickt sich in zwei Abenden, das geht also noch super als Weihnachtsgeschenk. Ich brauche in der Garnstärke um 75 g.

Für ein ganz besonders persönliches Weihnachtsgeschenk hätte ich da auch noch einen Tipp im Shop: Du könntest das Garn für die Mütze selbst färben.
Im Färbekit ist alles drin, was du brauchst (außer Essig und etwas Folie und /oder alte Gefäße). Die beiden 100g-Stränge Bio-Wool reichen für zwei Mützen.
Ich wünsche eine kuschelige Mützensaison!

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